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internationales tanzmeeting

internationales tanzmeeting

Germany

NRW Meets International Dance #3: Förderprogramme für Austausch & Sichtbarkeit

Datum: 10. Juni

Zeit: 13:00 – 13:50 Uhr

Format: Online (Zoom)

Referent:innen: Gertrud Dörr (NPN), Susanne Traub & Thomas Stump (Goethe-Institut)

Beim dritten NRW Meets... International Dance stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich künstlerische Arbeit international finanzieren und vernetzen lässt. Drei zentrale Förderinstrumente wurden vorgestellt und ihre Anwendungsbereiche konkret diskutiert. Die drei vorgestellten Förderinstrumente

NPN: Gastspielförderung Tanz International / Gertrud Dörr


Das Nationale Performance Netz (NPN) bietet mit seinem Programm „Gastspielförderung Tanz International" seit 2013 einen entscheidenden Hebel, um deutsche Tanzproduktionen weltweit zu präsentieren.

Antragstellung: Direkt durch deutsche Künstler:innen/Kompanien (nicht durch ausländische Häuser).
Leistung: Bis zu 50 % der Produktionskosten plus Reise, Unterkunft und Tagegelder.
Wichtig: Produktion muss überwiegend in Deutschland entstanden sein. Termine: 31. Januar und Mitte April.

Goethe-Institut: Internationaler Koproduktionsfonds (IKF) / Susanne Traub


Der IKF feierte gerade sein 10-jähriges Jubiläum und hat sich als eines der wichtigsten Instrumente für grenzüberschreitende künstlerische Zusammenarbeit etabliert. Im Gegensatz zum NPN liegt der Fokus hier auf der Entwicklung neuer Werke gemeinsam mit Partner:innen im Ausland.
Antragstellung: Muss zwingend aus dem Ausland erfolgen (durch dort verwurzelte Partner).
Leistung: Zuschüsse von 10.000 € bis 30.000 € (bis zu 75 % Teilfinanzierung).
Wichtig: Fokus auf Partnerschaft „auf Augenhöhe" (keine reine Beauftragung). Aufführung im Ausland ist zwingend erforderlich. Eine Präsentation in Deutschland ist wünschenswert, aber nicht das primäre Kriterium.
Prozess: Die lokalen Goethe-Institute im Ausland sind aktiv eingebunden. Eine vorherige Kommunikation mit ihnen ist dringend empfohlen und hilfreich für die Bewerbung.
Termine: Frühling und Herbst (jeweils Jahresdeadlines prüfen).
Aktuelle Lage: Susanne Traub berichtete von einem deutlichen Anstieg der Anträge. Während früher vielleicht so viele Anträge wie heute in einem Jahr eingingen, erreichen sie mittlerweile diese Menge in einem Halbjahr. Grund dafür ist neben der gestiegenen Vernetzung auch das Wegbrechen anderer Förderquellen (kommunal, länderbezogen), was den Druck auf diesen Fonds erhöht.

Goethe-Institut: Nachwuchsförderung / Thomas Stumpp


Die Nachwuchsförderung fungiert als Sprungbrett für aufstrebende Künstler:innen, die noch keine erste internationale Einladung erhalten haben und deren Ruf noch nicht breit genug für die normalen Gastspiel-Förderwege ist.
Leistung: Primär Übernahme von Reise- und Transportkosten.
Limit: Pro Künstler:in maximal zwei Anträge insgesamt möglich. Bewegungsfreiheit: Da nur Reisekosten gefördert werden, ist der Aufenthalt vor Ort flexibel. Künstler:innen dürfen auch private Termine anhängen; es muss aber mindestens eine Performance stattfinden.
Begrenzung: Eine Bewerbung ist maximal zweimal möglich.
Termine: Vier Quartalsfristen pro Jahr (Februar, Mai, August, November).

Zentrale Erkenntnisse der Diskussion

Steigender Förderdruck: Die Antragszahlen sind drastisch gestiegen, während sich andere regionale Fördergeber aus internationalen Projekten zurückziehen.
Qualität der Partnerschaft: Das Goethe-Institut setzt auf gleichberechtigte künstlerische Entwicklung statt bloßer Beauftragung. Aktive Kommunikation mit lokalen Instituten im Zielland wird empfohlen.
Nachhaltigkeit durch Austausch: Projekte mit Workshops oder Residenzen neben der Performance bereichern den Kulturdialog nachhaltiger als einzelne Gastspiele.
Unterschiedliche Schwerpunkte: Während das NPN fertige Produkte exportiert, fördert der IKF die Entstehung neuer Arbeiten und unterstützt den Einstieg ins internationale Netzwerk. Mit der NPN Gastspielförderung, dem Internationalen Koproduktionsfonds und der Nachwuchsförderung des Goethe-Instituts stehen weiterhin wichtige Programme zur Verfügung.
Resümee: Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit erfordert heute langfristige Partnerschaften, nachhaltige Netzwerke und strategische Förderplanung – sie entsteht durch gemeinsame künstlerische Prozesse, die Zeit, Vertrauen und passende Strukturen benötigen.